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DDR-Geschichte weiter aufarbeiten

Veröffentlicht am 13.08.2007 in Allgemein

Berlin. Der jetzt aufgetauchte Stasi-Schießbefehl für DDR-Grenzer unterstreicht nach Ansicht des SPD-Vorsitzenden Kurt Beck die Notwendigkeit zur weiteren Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte. "Wir brauchen eine Fortsetzung der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit", sagte Beck am Montag in Hamburg. Zugleich warnte Beck davor, am Ende allein die damals 20-oder 25-jährigen Grenzer zur Rechenschaft zu ziehen. Diese stünden zwar auch in der Verantwortung. Die zentrale Schuld trügen jedoch diejenigen, die damals in der DDR Politik gemacht hätten. "Darum müssen alle, die heute dazu Stellung nehmen können, auch 'Klar Schiff' machen, was diese Verbrechen betrifft", forderte Beck.

Nach Feststellung von SPD-Generalsekretär Hubertus Heil zeugt das Stasi-Dokument von der "Menschenverachtung und Willkür des DDR-Regimes". Es zeige "die Notwendigkeit, auch weiterhin gegen Lügen und Schönfärberei vorzugehen und unverändert an das SED-Unrecht zu erinnern", betonte der SPD-Politiker am Montag. "Nachfolgenden Generationen muss die Geschichte der deutschen Teilung und ihrer Folgen vermittelt werden. Dafür sind auch in Zukunft vielfältige Formen der politischen und historischen Aufarbeitung nötig," sagte er.

Foto: Berliner Mauerbau 1961 - Bauarbeiter auf der Mauer zwischen Ost- und WestberlinAnlässlich des 46. Jahrestages des Mauerbaus erinnerte SPD-Generalsekretär Heil an die Opfer der Berliner Mauer und der innerdeutschen Grenze sowie an die Opfer der Teilung und der Unterdrückung. Zudem gedenke die SPD den Menschen, die gegen die SED-Diktatur mit Mut und Zivilcourage aufgestanden seien, fügte Heil hinzu.

Der 13. August bleibe, so der SPD-Generalsekretär, ein Tag des Gedenkens und ein Tag, den die Deutsche Sozialdemokratie als Auftrag verstehe, nie wieder eine Diktatur in Deutschland zuzulassen. "Freiheit und Gerechtigkeit gehörten in ihrer Geschichte und gehören auch in Zukunft für die Sozialdemokratie stets zusammen", unterstrich der SPD-Generalsekretär. "Es gibt keine Gerechtigkeit ohne Freiheit und keine Freiheit in Ungerechtigkeit."

Foto: Symbolische Grabkreuze gedenken im Januar 1990 an die Opfer, die versucht haben über die Berliner Mauer in den Westen zu flüchten, Januar 1990Am 13. August 1961 begannen DDR-Sicherheitskräfte, den Ostteil Berlins mit Straßensperren und ersten Mauern abzuriegeln. Zudem wurde jeglicher Verkehr zwischen dem Ostteil und dem Westen unterbunden. Bis zu ihrer Öffnung 1989 starben 133 Menschen bei dem Versuch, die Grenze zu überwinden.