
Drei Stationen, viele Gespräche und zahlreiche Impulse für die politische Arbeit: Im Rahmen ihrer Sommertour war Simone Lang, MdL, gemeinsam mit Hartmut Tanneberger aus Olbernhau und Enrico Haustein aus Marienberg in Olbernhau unterwegs. Im Mittelpunkt standen dabei zentrale Fragen, die die Region unmittelbar betreffen: gute Bildung, wirtschaftliche Zukunft, Digitalisierung, Inklusion und verlässliche Rahmenbedingungen für die Menschen vor Ort.
Erste Station war das Gymnasium Olbernhau. Im Gespräch mit der Schulleitung wurde deutlich, mit wie viel Engagement vor Ort gearbeitet wird — aber auch, an welchen Stellen politischer Handlungsbedarf besteht. Schule ist längst mehr als Unterricht. Sie ist ein Lebens- und Lernort, an dem junge Menschen begleitet, gefördert und auf ihre Zukunft vorbereitet werden.
Gerade deshalb braucht es verlässliche Rahmenbedingungen. Am Gymnasium Olbernhau zeigen sich mehrere Herausforderungen sehr konkret: Die Grenznähe zu Tschechien führt dazu, dass auch Schülerinnen und Schüler aus dem Nachbarland unterrichtet werden, ohne dass dies in der Ressourcenplanung ausreichend berücksichtigt wird. Bei der Digitalisierung bleibt ohne Glasfaseranschluss vieles hinter den Möglichkeiten zurück. Die Schulsozialarbeit ist weiterhin zu stark von befristeten Programmen abhängig. Und auch bei der Inklusion braucht es mehr Unterstützung, damit Lehrkräfte nicht zusätzliche Aufgaben und rechtliche Unsicherheiten allein schultern müssen.
„Das Gymnasium Olbernhau leistet hervorragende Arbeit. Gerade in Zeiten geburtenschwacher Jahrgänge brauchen Schulen im ländlichen Raum Verlässlichkeit und keine Lösungen auf Zeit“, so Simone Lang.
Im Anschluss stand ein Besuch bei der WätaS Wärmetauscher Sachsen GmbH auf dem Programm. Das Unternehmen steht beispielhaft für die Innovationskraft des erzgebirgischen Mittelstands. In den Bereichen Energierückgewinnung, Wasserstofftechnik und Heizsysteme hat sich WätaS als leistungsfähiger und zukunftsorientierter Betrieb etabliert.
Deutlich wurde zugleich, wie sehr wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen die Entwicklung mittelständischer Unternehmen beeinflussen. Investitionen in neue Technologien, internationale Konkurrenz, bürokratische Anforderungen und Planungsunsicherheiten stellen viele Betriebe vor große Herausforderungen. WätaS zeigt dabei eindrucksvoll, dass der Mittelstand bereit ist, Zukunft zu gestalten — wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Besonders interessant war der Hinweis des Unternehmens, dass Wärmepumpen auch in Altbauten sinnvoll eingesetzt werden können, wenn passende technische Lösungen wie eigene Niedertemperaturheizkörper genutzt werden.
Dritte Station war das Lebenshilfewerk Mittleres Erzgebirge e. V. in Olbernhau. Die Werkstatt besteht seit fünf Jahren und bietet Menschen mit Behinderung vielfältige Möglichkeiten der Teilhabe am Arbeitsleben. 118 von 120 Arbeitsplätzen sind derzeit besetzt. An mehreren Standorten werden unter anderem Aufträge in der Holz- und Metallbearbeitung, Verpackung und Montage umgesetzt. Darüber hinaus entstehen eigene Produkte wie Schwibbögenbänke, Fensterbilder und Holzfiguren.
Besonders beeindruckend ist der Ansatz, über eine eigens gegründete GmbH zusätzliche Außenarbeitsplätze zu schaffen. Damit entstehen konkrete Wege in Richtung allgemeiner Arbeitsmarkt. Das ist ein wichtiges Signal: Inklusion darf nicht abstrakt bleiben, sondern muss praktisch möglich gemacht werden — mit Strukturen, die Menschen stärken und ihnen echte Perspektiven eröffnen.
Das Fazit der Sommertour fällt klar aus: Der direkte Austausch vor Ort ist unverzichtbar, wenn politische Entscheidungen an den tatsächlichen Herausforderungen der Menschen ausgerichtet werden sollen. Ob Schule, Wirtschaft oder soziale Teilhabe — überall wurde deutlich, wie viel Engagement, Fachwissen und Verantwortungsbewusstsein im Erzgebirge vorhanden sind.
Gleichzeitig leben wir in unsicheren Zeiten: wirtschaftlich, gesellschaftlich und politisch. Umso wichtiger ist es, den Menschen zuzuhören, ihre Erfahrungen ernst zu nehmen und politische Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass gute Arbeit, Innovation, Bildung und Teilhabe auch im ländlichen Raum verlässlich möglich sind.