Die jüngste Entscheidung des Umweltbundesamtes, Stollen bis 750 Gramm in
Folienverpackungen dem Einwegkunststofffondsgesetz zu unterstellen, stößt bei der
Landtagsabgeordneten Simone Lang auf Kritik. Besonders im Erzgebirge, einer Region mit
einer tief verwurzelten Backtradition und einer hohen Dichte an Handwerksbäckereien, sei
diese Regelung kontraproduktiv und eine unnötige Belastung für die Betriebe.
„Das Erzgebirge ist bekannt für seine einzigartige Stollentradition und die vielen engagierten
Bäckerinnen und Bäcker, die dieses Kulturgut mit Leidenschaft pflegen“, so Simone Lang.
„Die Vorweihnachtszeit ist für sie die wichtigste, aber auch die arbeitsintensivste und
stressigste Phase des Jahres. Nun kommt eine weitere bürokratische Hürde hinzu, die nicht
nur finanzielle Mehrkosten verursacht, sondern vor allem wertvolles Personal bindet. Dies
alles geschieht, nachdem die Bäckereien in den letzten Jahren mit deutlichen
Preissteigerungen bei Zutaten konfrontiert wurden. Diese Preissteigerungen trafen tenzenziell
auch die Endkunden.
“
Die Abgeordnete betont, dass die Personalsuche im Bäckerhandwerk ohnehin eine große
Herausforderung darstellt. Die neue Regelung, die eine Registrierung, Meldepflichten und
Abgaben für die Betriebe vorsieht, verschärfe diese Situation zusätzlich. „Ein Stollen ist ein
traditionelles Genusserlebnis, kein Fast-Food-Produkt für den sofortigen Verzehr unterwegs.Diese praxisferne Einordnung ignoriert die Realität unserer Handwerksbetriebe und die
kulturelle Bedeutung des Stollens“, so Lang weiter.
Simone Lang fordert das Umweltbundesamt auf, die Allgemeinverfügung zu überdenken und
eine praxistaugliche Lösung zu finden, die die Besonderheiten des Bäckerhandwerks und der
regionalen Traditionen berücksichtigt.
Dazu weiter Simone Lang: „Diese Stollen-Regelung weitet die Bürokratie für unsere
erzgebirgischen Bäcker aus. Sie bindet Personal, das wir dringend im Handwerk brauchen,
und ignoriert die tiefe Tradition, die der Stollen in unserer Region hat. Ich werde mich aktiv
dafür einsetzen, dass auf Bundes- und Europaebene Lösungen gefunden werden und den
Kontakt in das Bundesministerium und auf Europaebene suchen.“