Dresden. Ohne den familienpolitischen Streit innerhalb der CDU kommentieren zu wollen, fordert der schulpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Martin Dulig, Kultusminister Flath mit seinen jüngsten Äußerungen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (6. Februar 2007) beim Wort zu nehmen und „zum Wohle der Kinder mehr Freiheit zu wagen“.
Martin Dulig: „Wenn Steffen Flath sich gegen staatlichen Erziehungsdirigismus wendet, sollte er damit nicht Betreuungsangebote für Kleinkinder oder das Elterngeld kritisieren, zu deren Nutzung niemand gezwungen wird. Er sollte seinen kritischen Blick besser auf die Bildungsempfehlung richten, mit der der Lebensweg 10-jähriger Kinder im gegliederten Schulsystem staatlich vorgezeichnet wird.“
Die Bildungsempfehlung solle künftig echten Empfehlungscharakter haben und, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, den Elternwillen respektieren. Es gehe darum, dass Kinder unabhängig von ihrer Herkunft ihre Begabungen entwickeln können und schließlich einen ihren Fähigkeiten gemäßen Bildungsabschluss erlangen. Dazu müssten Eltern und Kindern Angebote und freie Entscheidungsmöglichkeiten gegeben werden.
Dulig: „Ohne gegliedertes Schulsystem, etwa mit der Gemeinschaftsschule, brauche man allerdings keine Bildungsempfehlung. Dann träfen Eltern mit Kindern nach Beratung von Lehrerinnen und Lehrern in der 8. oder 10. Klasse die richtigen Entscheidungen. Schulschließungen ließen sich vermeiden und kurze Schulwege sichern.“