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Offener Brief von Bernd Klausnitzer zum Thema "Opernball"

Veröffentlicht am 31.01.2006 in Allgemein

Oederan. In einem Offenen Brief an den Fraktionsvorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion, Prof. Cornelis Weiss, sowie den Vizepräsidenten des Sächsischen Landtages, Gunter Hatzsch, kritisiert Bernd Klausnitzer, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Oederan sowie Mitglied des Landesparteirats, bestimmte Vorkommnisse anlässlich des Dresdner Opernballs in der vergangenen Woche.

"Lieber Genosse Cornelius Weiss, lieber Genosse Gunther Hatzsch,
nichts gegen den Opernball als solcher, ein paar Anmerkungen und Fragen
seien dennoch dazu erlaubt.

So überraschte mich insbesondere Ministerpräsident Prof. Georg Milbradt bei
der Ehrung des von mir hoch geachteten Mimen Armin Müller-Stahl mit einem
(wie er selbst sagte) "Sächsischen Orden". Auf Müller-Stahl schien diese Art und Form der Auszeichnung eher etwas peinlich zu wirken. Doch damit nicht genug. Der kurze Fernsehschwenk auf das Ehrenkissen erlaubte dem sächsischen Untertan (oder Souverän?) einen Blick auf diese Auszeichnung, der seinerseits nun glaubt den Georgsorden der ehemaligen Könige von Sachsen ausgemacht zu haben. Meine Frage also: Hat der Untertan richtig gesehen, und seit wann wurde dieser Orden wieder vom Freistaat gestiftet?

Peinlich für den Untertan - der so gern keiner mehr sein will - ist, daß dieser Orden im Avers den Heiligen Georg den Drachentöter darstellt, als dessen Inkarnation sich Millbradt, als Namensvetter, offensichtlich gern anerkannt sehen würde. Ist es also Zufall, dass der regierende "Landesfürst" Georg seinen eigenen Hausorden stiftet oder eine neue Sicht auf die alte sächsische Geschichte ?

Peinlich für mich als eingefleischter Demokrat war es außerdem, wenn als zweitbegrüßtes Ehrenpaar der Gala unbedeutende Nachfahren des Hauses Wettin vorgestellt werden, der Botschafter unseres Nachbarlandes, der Republik Tschechien aber als Letzter den Reigen abschließen muß. Als dann im Verlauf des Abends noch, der nicht unumstrittene Honorarprofessor Kajo Schommer sich mit wenig Können als Dirigent und Sänger eines "Volkschores" in Szene setzte, war für mich der Höhepunkt der Peinlichkeiten erreicht!

Ich würde mich über Eure Einschätzung des Ganzen sehr freuen.

Glück auf!
Bernd Klausnitzer
Vors. d. SPD-OV Oederan
Landesparteirat"

Im Auftrag von Cornelius Weiss antwortete dessen Parl. Berater Mario Bause:
"Um es kurz und bündig zu sagen: Cornelius W. ist voll und ganz Dedeiner Meinung. Dieses höfische Treiben ist uns fremd. Leider hat sich in dieser Richtung einiges zementiert. Um diese Strukturen aufzubrechen - dazu bedarf es wahrscheinlich noch weiterer Änderungen inden Mehrheitsverhältnissen in diesem Land. Auch die Medien spielen in dieser Hinsicht leider keine allzu rühmliche Rolle. C.W. würde sich gern mit dir fernmündlich in Verbindung setzen."

Gunter Hatzsch dankte für die e-mail und schrieb:
"Da ich selbst nicht Gast beim Opernball war und diesen Dingen persönlich
skeptisch gegenüberstehe, habe ich weder Informationen darüber genauer
studiert bzw. danach im Fernsehen verfolgt. Ich kann deshalb Deine näheren Kritiken nicht im Einzelnen Kommentieren. Mitteilen möchte ich Dir, dass ich Deine Skepsis teile."

Quelle: Bernd Klausnitzer, SPD-Landesparteirat und Vors. des SPD-Ortsvereins Oederan

 
 

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