

Die deutsche Sozialdemokratie trauert um Johannes Rau. Die dankbare Erinnerung an einen der herausragendsten, anerkanntesten und beliebsteten Politiker unseres Landes wird fortleben.
"Johannes Rau wird auch in Sachsen unvergessen bleiben als tatkräftiger Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, als versöhnender Bundespräsident, als warmherziger, fröhlicher, lebensnaher Politiker. Er hat nicht verwaltet, sondern aktiv gestaltet mit dem Ziel, das Leben der Menschen ein Stückchen menschlicher zu machen. Daran sollten wir uns alle messen lassen", sagte der Stellvertretende Ministerpräsident und Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit, Thomas Jurk, heute in Dresden. Den Menschen in den neuen Ländern fühlte sich Rau besonders verbunden, auch weil er einen Teil seiner Schulzeit in Chemnitz verbrachte. Mit seiner besonderen Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen, hat er die Deutschen einander näher gebracht.
"Die Nachricht vom Tod des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau macht uns tief betroffen. Wir trauern um einen großen Menschen, einen Freund, Helfer und Staatsmann. Sein Leben war geprägt von einer großen Liebe zu den Menschen. Er hat uns Versöhnung vorgelebt. Johannes Rau hat zusammengeführt zwischen DDR und Bundesrepublik, zwischen Polen und Deutschen, zwischen Israel und Deutschland", sagte heute der SPD-Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag, Dr. Peter Struck. "Er war ein überragender Politiker und ein großer Sozialdemokrat. Er hat über fünf Jahrzehnte Deutschland an entscheidenden Stellen mitgeprägt. Johannes Rau war in jeder Beziehung ein Vorbild. Er hat dem Land unermüdlich gedient. Seine Arbeit war immer getragen von einem tief verwurzelten christlichen Glauben. Die Liebe zum Nächsten war sein oberstes Gebot."
Das Land, vor allem die Sozialdemokratie, verdankt ihm unendlich viel. Er war ein Sozialdemokrat, der die Partei immer wieder zusammengeführt hat und sich in ihren Dienst gestellt hat.
Er wurde Politiker, weil er immer daran geglaubt hat, dass unsere Welt besser sein könnte, als sie ist, und dass es gerechter zugehen sollte, als es zugeht.
In all seinen Ämtern hat er gegen Ungerechtigkeit gekämpft und sich für mehr Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit eingesetzt.
Sein politisches Wirken in Nordrhein-Westfalen war für die Menschen dort Identität stiftend. Die Menschen verehrten und schätzten ihn als Landesvater und vertrauten ihm. Sein Politikstil, Gemeinsamkeiten zu betonen statt Gegensätze hervorzuheben, hat nicht nur sein Bundesland nachhaltig geprägt.
Seine besonderen Gaben, zu denen auch sein unverkennbarer Humor gehörte, prädestinierten Johannes Rau in einem ungewöhnlichen Maß für das höchste Amt in unserem Staat. Auch als Bundespräsident ist Johannes Rau sich auf beeindruckende Weise treu geblieben. Obwohl seine Amtszeit von 1999 bis 2004 von tiefgreifenden Veränderungen im Land und erschütternden Ereignissen weltweit geprägt war, ist es ihm auch in diesem Amt allein durch die Kraft seines Worte gelungen, den Menschen Zuversicht und Hoffnung zu vermitteln. Er tat dies nicht nur in seinen „ Berliner Reden“, sondern auch in vielen persönlichen und brieflichen Kontakten.
Alle, die in Deutschland Verantwortung tragen, hat er in seiner letzten großen Rede als Bundespräsident dazu aufgerufen, das Vertrauen in Deutschland wieder herzustellen. Ein Vermächtnis, das die Sozialdemokratie Ernst nimmt und nach dem sie handelt.
Die Würdigung des politischen Lebenswerkes von Johannes Rau ist unvollständig ohne die Anerkennung seiner großen Verdienste um die Wiederherstellung der deutschen Einheit, an die er immer geglaubt hat und für die er gekämpft hat.
Sein lebenslanger Einsatz galt in einzigartiger Weise vor allem der Aussöhnung mit Israel. Als erster deutscher Präsident hat er in einer historischen Rede vor der Knesset um Vergebung gebeten für das unermessliche Verbrechen des Holocausts. Das Wiedererblühen jüdischen Lebens in Deutschland hat er gefördert, da es für ihn ein unverzichtbarer Teil unserer Kultur war.
Johannes Rau hat der SPD in vielen schwierigen Situationen Selbstvertrauen und Siegeswillen vermittelt. Er hat über Jahrzehnte hinweg die gemeinsame Sache mit großer Hingabe und Überzeugungskraft vertreten. Dafür danken wir ihm.
Der SPD-Unterbezirk Erzgebirge sowie seine Arbeitsgemeinschaften und Mitglieder trauen um Johannes Rau. Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt in dieser Stunde der Trauer seiner Frau Christina und seinen drei Kindern. Johannes Rau hat uns viel gegeben, das bleiben wird.
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