Dresden. „Ich bin positiv überrascht, dass sich die sächsische CDU fortan mehr am wirklichen Leben der Menschen orientieren will“ kommentiert SPD-Vorstandssprecher Andreas Weigel die heute in der Freien Presse veröffentlichten Aussagen von CDU-Generalsekretär Kretschmer zur künftigen Familienpolitik seiner Partei.
„Es wäre wünschenswert, wenn die Christdemokraten in allen Angelegenheiten so vorausschauend wären und die Lebenswirklichkeit der Menschen als Maß aller politischen Inhalte und Ziele nehmen würden.“ So könne sich der neue Stil der CDU gleich auf Landesebene beim Thema Bildungspolitik beweisen. Schließlich liege Kretschmer mit seinem Ansinnen, alte Grundsätze überprüfen zu wollen, genau richtig.
„Es sollte hier jedoch nicht nur bei einem Vorhaben bleiben, Kretschmer muss sich auch in seiner Partei damit durchsetzen können“ sagte Weigel. Gleichzeitig seien die Äußerungen jedoch bezeichnend für die bisherige Auseinandersetzung der CDU mit der Realität. „Kretschmers Realitätssinn sollte öfter auflodern und gehört werden“, fordert Weigel, „denn die CDU habe nicht nur in der Familienpolitik ein überholtes Bild fern jeglicher Lebensnähe.“ So hat die SPD in den letzten Jahren beispielsweise dafür gesorgt, dass mehr Kindergeld gezahlt wird, der Erziehungsurlaub in eine flexible Elternzeit umgestaltet wurde und sie hat die entscheidenden Weichen für das erstmals ab Januar nächsten Jahres eingeführte Elterngeld gestellt.