Duale Ausbildung darf nicht zum Auslaufmodell werden
Dresden. "Ich bin froh darüber, dass inzwischen jeder ausbildungswillige und -fähige Jugendliche in Sachsen versorgt werden konnte, aber es bleibt ein fader Beigeschmack", so der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Stefan Brangs heute.
Die positiven Zahlen dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Entwicklung bei der dualen Ausbildung weiter rückläufig sei und inzwischen bereits 1/3 der Ausbildungsstellen staatlich gefördert werden müsse. Die Perspektive der dualen Ausbildung dürfe nicht sein, dass sie ein Auslaufmodell werde.
"Ein großer Teil der Unternehmer hat die Zeichen der Zeit offenbar noch nicht erkannt", resümiert der Arbeitsmarktpolitiker. Die demographische Entwicklung in Sachsen - die Folgen verstärkter Abwanderung und der Geburtenrückgänge - mache absehbar, dass der Freistaat innerhalb der nächsten zehn Jahre mit einem massiven Fachkräftemangel konfrontiert werde. "Dann brauchen wir qualifizierte Jugendliche und werden sie suchen müssen wie die Nadel im Heuhaufen." Brangs kritisierte in diesem Zusammenhang die Kammern, die ihre Mitgliedsunternehmen noch stärker von der Notwendigkeit der betrieblichen Ausbildung überzeugen müssten. "Es machen sich noch zu wenige Unternehmer Gedanken über ihre Zukunft, die sie trotz der momentan schwierigen wirtschaftlichen Lage nicht aus den Augen verlieren sollten."
Quelle: SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag