Dresden. "Ob Wirtschaft, UNO, OECD oder gesunder Menschenverstand: die frühe Verteilung der Schüler auf weiterführende Schulen in Deutschland ist ein Anachronismus, der auf dem Rücken einer großen Gruppe von Schülern aufrechterhalten wird", so Martin Dulig, bildungspolitischer Sprecher der SPD Landtagsfraktion, zum aktuellen Bericht des UNO-Sonderberichterstatters Vernor Munoz.
"Wenn wir in Sachsen unser besseres Abschneiden bei PISA auf die Mittelschule mit ihrer Zusammenfassung von Haupt- und Realschule zurückführen, dann wäre es doch nur logisch, diesen Weg weiter zu gehen. Wir sollten uns nicht in die Brust werfen, weil einige alte Bundesländer jetzt nach Sachsen schielen und womöglich aus ihren viergliedrigen Schulsystemen dreigliedrige nach sächsischem Vorbild machen. Wir sollten besser unseren Vorsprung ausbauen, indem wir schrittweise zu einem zweigliedrigen und perspektivisch zu einem eingliedrigen System wenigstens bis Klasse 8 oder 9 kommen." Dulig verweist dabei darauf, dass es nicht mit der Zusammenfassung der Bildungsgänge getan sei. Vielmehr müsse an den Schulen eine neue Lernkultur Einzug halten, welche die Schülerinnen und Schüler selbst in den Mittelpunkt stelle. "Wir haben alle Chancen, in Sachsen Spitze in Sachen Schule zu werden. Dafür müssen wir allerdings etwas tun. Das erste ist das Abschneiden alter Zöpfe und das Zuschütten ideologischer Gräben." Konkret wendet sich Dulig damit an seinen Koalitionspartner. Der habe sich zwar der Gemeinschaftsschule geöffnet, stehe ihr aber nach wie vor skeptisch gegenüber. Vor allem vom zuständigen Ministerium erwarte er mehr Unterstützung für Schulen, die sich auf den Weg einer neuen Lernkultur im Rahmen einer Gemeinschaftsschule machen wollen.
Quelle: SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag