Görlitz. "Ein schönes und ereignisreiches Wochenende liegt hinter uns", meinte Udo Klausnitzer, Mitarbeiter von Johannes Gerlach (MdL), am vergangenen Sonntag, als die Landesdelegiertenkonferenz im ostsächsischen Görlitz zu Ende ging. Die Juso-Landesdelegiertenkonferenz ist eine Art "Parteitag" der Jusos Sachsen, auf der Anträge beraten und Wahlen durchgeführt werden. Auch zwei Erzgebirgler kandidierten für Gremien im Landesverband der Jusos Sachsen.

Die Landesdelegiertenkonferenz in Görlitz stand dieses Jahr unter dem Motto "Europa grenzenlos gestalten". Zu Gast waren, neben Jusos aus allen zehn sächsischen Unterbezirken, auch eine polnische und tschechische Delegation, aber auch ein Mitglied des Juso-Bundesvorstandes, Christian Reinke aus Rostock. Auch zwei Mitglieder des Landesvorstandes der Jusos Thüringen waren mit von der Partie: Peter Metz (Landesvorsitzender) und Martin Margraf (Beisitzer).
Auf der Landesdelegiertenkonferenz wurde der bisherige Landesvorsitzende der Jusos Sachsen, der Leipziger Holger Mann, mit einem guten Ergebnis von 88% der Stimmen wiedergewählt. Holger Mann stammt ursprünglich aus Annaberg-Buchholz und war Vorsitzender des Juso-Unterbezirkes Erzgebirge. "Holger ist der richtige Mann für diesen Posten", meint Andreas Hammerschmidt aus Annaberg-Buchholz. "Er ist ein Freidenker mit Organisationstalent, der den Verband mit innovativen Ideen vorantreibt."
Neben der Dresdner Juristin Gudrun Hoffmann wurde auch der Zwönitzer Sebastian Vogel wiedergewählt. Mit einem Traumergebnis von 98 % der Stimmen verfügte er über einen überwältigenden Rückhalt bei den Delegierten. "Mein Ergebnis ist wirklich überraschend, teilweise ists mir fast peinlich", meint "Sebb", der als Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung in Dresden Politikwissenschaft, Neuere und Neuste Geschichte studiert.
Sollte es etwa auch noch einen Beisitzer mit Wurzeln im Erzgebirge im Landesvorstand geben ? Fast wäre es so gekommen. Andreas Hammerschmidt, Gymnasiast aus Annaberg-Buchholz, kandidierte für den Landesvorstand als Beisitzer, zog aber seine Kandidatur bei der Kandidatenvorstellung zurück. "Ich wollte die kleinen Unterbezirke stärken", nannte der Abiturient, der nach seinem Abitur seinen Zivildienst beim Deutschen Roten Kreuz antreten wird, als Grund für den Rückzug der Kandidatur. "Ich werde aber dennoch aktiv im Landesverband mitarbeiten, ob nun mit oder ohne Vorstandsposten", fügte er hinzu. Marc Dietzschkau aus Chemnitz, Jenny Gössing aus Dresden, Susanne Büchting aus Leipzig, Tobias Loitsch aus Löbau, Juliane Pfeil aus Theuma und Stefan Schley aus Lohsa sind die neuen BeisitzerInnen im Landesvorstand. Der neue Landesvorstand amtiert turnusgemäß für zwei Jahre.
Aber vor allem drehte sich die LDK rundum politische Themen. In diesem Sinne verabschiedete die Konferenz einen Antrag, der ein europäisches Wahlrecht fordert: Mindestens die Hälfte der Mandate bei Europawahlen soll demnach aus einem einzigen supranationalen Wahlkreis kommen, für den die Parteien und Wählervereinigungen jeweils eine supranationale europäische Liste verabschieden sollen. In ihrem mit großer Mehrheit verabschiedeten Leitantrag "Drei Werte für alle - Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität" stellen die sächsischen Jusos mit Blick auf die CDU und die Junge Union fest: "Deutschland braucht Vieles, aber sicher keine Patriotismusdebatte. Der Ausgrenzung großer Bevölkerungsgruppen setzen wir unsere universellen Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität entgegen." Weitere Anträge rundum Bildung, Jugendpolitik, Innenpolitik und innerparteiliche Reformen waren auch Themen der LDK.
Aber auch das Rahmenprogramm war interessant. Ob bei einer abendlichen Party oder bei einer mitternächtlichen Schneeballschlacht: die LDK hat gezeigt, dass politische Veranstaltungen auch sehr viel Spaß machen können. ;) Den Applaus der Delegierten konnten die Erzgebirger gerade dann auf sich vereinigen, als die Stollen hereingetragen wurden, die die Delegation gesponsort hatte.
Ein ganz besonderer Dank geht auch an Mathias Müller aus Siebenlehn im Landkreis Freiberg. Der Politikwissenschaftler ist Mitarbeiter in der Landesgeschäftsstelle der SPD Sachsen und hier speziell für die Jusos zuständig. Mathias und seine Helfer haben eine großartige Landesdelegiertenkonferenz organisiert, die sich wahrhaft sehen lassen konnte. Die erzgebirgische Delegation aus Jirka Meyer, Daniel Rubes, Udo Klausnitzer, Mathias Müller, Sebastian Vogel und Andreas Hammerschmidt freut sich daher schon auf die nächste LDK. Vielleicht findet sie diesmal im Erzgebirge statt ...
Die LDK sieht die Delegation als eine Wiederaufbruch des Juso-Unterbezirkes, der lange mit strukturellen und personellen Problemen zu kämpfen hatte. "Die Jusos Erzgebirge leben - das haben wir, denke ich, eindrucksvoll zeigen können", meint Udo Klausnitzer. Daniel Rubes, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Chemnitz, fügt hinzu: "Wir haben gezeigt, dass unser UB wieder da ist !" "Die LDK war ein Erfolg für uns", antwortet Andreas Hammerschmidt. "Wir haben nicht nur gezeigt, dass der UB Erzgebirge im Landesverband aktiv ist und bleiben wird, sondern haben auch Kontakte intensiviert und Kooperationen mit anderen Bezirken angeregt, die wir in Zukunft anpacken werden. Den begonnen Auftrieb wollen wir nutzen."